Aus dem Lab

Was ich baue, wenn
ich mir die Aufgabe
selbst stelle

Ohne Open Source wäre meine Arbeit der letzten 30 Jahre nicht möglich gewesen — etwas davon möchte ich zurückgeben. In diesen Projekten steckt, was sich über die Jahre angesammelt hat: Erkenntnisse aus Kundenprojekten, von denen vieles dort auch eingeflossen ist. Anderes nicht, weil der Projektrahmen zu eng war oder der Zeitpunkt nicht passte — gute Ansätze, die als Idee liegen blieben. Genau die baue ich hier zu Ende und stelle sie unter eine freie Lizenz. Keine Feierabendbastelei: Es ist dieselbe Software, die in meinen eigenen Produkten läuft.

Release in Vorbereitung

HiveWeaver — Prozesse automatisieren, die Zukunft simulieren

Zwei Aufträge, eine Plattform. HiveWeaver lässt KI-Agenten echte Arbeit übernehmen — Vorgänge bearbeiten, Systeme bedienen, Abläufe am Laufen halten. Und es lässt dieselben Agenten einen Ablauf erst folgenlos durchspielen, bevor er auf echte Kunden trifft. Der eigentliche Reiz liegt in der Verbindung: erst der Probelauf, dann Ihre Freigabe, dann dieselbe Sache im Echtbetrieb.

Die eine Hälfte ist Automatisierung. Agenten übernehmen wiederkehrende Aufgaben, greifen dabei auf Ihre Systeme zu und arbeiten Vorgänge ab, ohne dass jemand sie einzeln anstoßen muss. Damit das verantwortbar bleibt, meldet jeder Arbeitsschritt vorher an, was er bewirkt — und alles, was Geld kostet, sich nicht zurücknehmen lässt oder sensible Daten berührt, wartet auf eine ausdrückliche Freigabe. Kein Agent gibt unbemerkt Geld aus. Die andere Hälfte ist die Vorschau. Wie reagiert eine Zielgruppe auf eine Kampagne, bevor Sie das Budget freigeben? Wo bricht ein Prozess, wenn Menschen ihn nicht so benutzen wie vorgesehen? Dafür bevölkert HiveWeaver eine Situation mit hunderten Agenten, die Rollen haben, aufeinander reagieren und entscheiden — realistisch, aber ohne Folgen. Und beides greift ineinander: Ein Ablauf läuft zuerst als Probelauf, Sie sehen das voraussichtliche Ergebnis, geben frei — und derselbe Ablauf arbeitet dann echt. Bezahlbar bleibt das, weil die meisten Entscheidungen kein Sprachmodell brauchen, sondern schlichte Regeln; das Modell kommt dort zum Zug, wo es seinen Preis verdient. Welches Modell arbeitet, entscheiden Sie — ein großer Anbieter oder eines auf Ihrer eigenen Hardware. HiveWeaver läuft bei Ihnen, nicht in einer fremden Cloud.

Was es besonders macht

  • Agenten, die wirklich handeln: Sie bedienen Ihre Systeme und arbeiten Vorgänge ab, statt nur Vorschläge zu formulieren.
  • Freigabe, wo es darauf ankommt: Was Geld kostet oder sich nicht zurücknehmen lässt, wartet auf Ihr ausdrückliches Ja.
  • Erst proben, dann ernst machen: Derselbe Ablauf läuft zunächst folgenlos durch — Sie sehen das Ergebnis und entscheiden, ob er echt laufen soll.
  • Nachvollziehbar und bezahlbar: Zu jeder Handlung steht fest, warum sie so ausfiel und was sie gekostet hat; einfache Entscheidungen laufen als Regel statt als teure Modellanfrage.
  • Bleibt im Haus: läuft auf Ihrer eigenen Infrastruktur, mit dem Sprachmodell Ihrer Wahl — auch einem lokalen.

Technologie

  • .NET
  • .NET Aspire
  • Microsoft Orleans
  • PostgreSQL
  • SignalR
  • Angular
  • LoomWeaver
Lizenz
Apache-2.0

Der Quellcode wird gerade für die Veröffentlichung vorbereitet. Sobald das Repository offen ist, steht der Link hier.

Was Sie durchspielen können, bevor es ernst wird

Eine Ankündigung, die nach hinten losgehen kann. Sie beschreiben Ihr Vorhaben in einem Satz und legen ein paar eigene Unterlagen dazu — Marktanalysen, Reaktionen auf frühere Entscheidungen, Rückmeldungen aus dem Handel. Daraus baut HiveWeaver die Zielgruppe selbst und spielt die Ankündigung durch. Das mitgelieferte Beispiel ist ein Hersteller, der künftig kein Ladegerät mehr beilegt: Wie kommt das an, und bei wem besonders schlecht?

Eine Abstimmung vor der Abstimmung. Fünftausend Bürgerinnen und Bürger mit unterschiedlichen Lebenslagen, dazu eine Handvoll Stimmen mit Reichweite. Dieselbe Regelung wird in drei Fassungen durchgespielt — im Beispiel Vier-Tage-Woche, City-Maut und Schuluniformen. Am Ende sehen Sie nicht nur, welche Variante die meisten mitträgt, sondern auch, an welchem Argument die anderen scheitern.

Eine Kampagne über mehrere Kanäle. Derselbe Inhalt als Video, als Bildkampagne und als Fachbeitrag, jeweils gegen das Publikum, das dort tatsächlich unterwegs ist. Oder, eine Nummer größer: zehntausend Händler, die auf einen Ausgang wetten — der wahrscheinliche Preis stellt sich dabei von allein ein, ohne dass ihn jemand vorgibt.

Allen Beispielen gemeinsam ist, dass am Ende keine Bauchentscheidung steht, sondern ein ausformuliertes Ergebnis mit Begründung — und die Möglichkeit, jede einzelne Reaktion nachzulesen, die dazu geführt hat.

Wo es über einen einzelnen KI-Assistenten hinausgeht

Termine eintragen, E-Mails beantworten und einsortieren, morgens um sechs eine Zusammenfassung schicken: Das übernimmt HiveWeaver ebenso, und passende Abläufe liegen als fertige Beispiele bei. Nur ist es nicht das, was die Plattform von anderen Systemen abhebt — solche Aufgaben lösen inzwischen viele.

Der Unterschied zeigt sich dort, wo viele Vorgänge gleichzeitig laufen und sich gegenseitig beeinflussen. Nehmen Sie die Reklamationsbearbeitung eines Großhändlers: täglich hunderte Fälle, die sich über Wochen ziehen, mit Rückfragen, Teillieferungen und Eskalationen. Bei HiveWeaver bekommt jeder Fall seinen eigenen Agenten, der ihn von Anfang bis Ende begleitet und sich merkt, was bisher geschah — kein Kontext, der bei jedem Aufruf neu zusammengesucht werden muss. Daneben stehen Rollen: eine Prüfinstanz, die Fachabteilung, die Freigabe. Die reden miteinander, statt eine starre Kette abzuarbeiten.

Ein Fall, in dem gerade nichts passiert, kostet dabei nichts. Deshalb können zehntausend Vorgänge gleichzeitig offen sein, ohne dass die Rechnung explodiert. Genau das ist der Unterschied zu einem Assistenten, den Sie pro Aufruf bezahlen und der nach jedem Aufruf wieder vergisst, worum es ging.

Der eigentliche Vorteil kommt aber davor. Bevor auch nur ein echter Kunde betroffen ist, lassen Sie denselben Ablauf gegen erfundene Kundschaft laufen — auch gegen die unangenehme Sorte, die das Formular falsch ausfüllt, dreimal nachhakt und am Ende storniert. Sie sehen, wo es klemmt, bessern nach, und schalten erst dann auf Echtbetrieb um. Es ist derselbe Ablauf, keine Testversion davon. Bei einem fertigen Assistenten schalten Sie live und hoffen.

Dazu kommt, woran solche Vorhaben im Unternehmen sonst scheitern: Alles kann im Haus bleiben, das Sprachmodell eingeschlossen. Jeder Schritt ist im Nachhinein belegbar — wer, wann, warum, zu welchen Kosten. Und alles, was Geld kostet oder sich nicht zurücknehmen lässt, wartet auf eine Freigabe, statt einfach zu passieren.

Was das kostet — und wie Sie es steuern

Bei KI-Projekten wird meist nicht die Technik zum Problem, sondern die Abrechnung am Monatsende. Deshalb ist bei HiveWeaver von vornherein festgelegt, welche Entscheidung ein Sprachmodell befragen darf und welche nicht.

Ein Beispiel aus den Beispielszenarien: Auf einem Marktplatz rechnet der Marktmacher nach festen Regeln — er braucht kein Modell, um Angebot und Nachfrage zusammenzubringen. Nur die Händler, die eine Stimmung einschätzen sollen, fragen tatsächlich nach. Der Löwenanteil der Vorgänge kostet damit nichts.

Genauso lässt sich innerhalb eines Durchlaufs unterscheiden: Die wenigen Stimmen mit Reichweite bekommen das teure, sorgfältige Modell — die tausend Zuhörer im Publikum ein günstiges. Das Ergebnis bleibt aussagekräftig, die Rechnung überschaubar.

Und weil zu jedem einzelnen Schritt festgehalten wird, was er gekostet hat, sehen Sie nach dem ersten Durchlauf schwarz auf weiß, wo das Geld hingeht — statt es am Monatsende zu erfahren.

Veröffentlicht

LoomWeaver — Arbeitsoberflächen, die mit dem Produkt wachsen

Viele Fachanwendungen sind im Kern eine Arbeitsoberfläche: mehrere Dinge gleichzeitig offen, Bereiche nebeneinander, eine Befehlspalette, Einstellungen. Und früher oder später wollen Kunden, Partner oder die eigene Community etwas anbauen — ohne dass jemand dafür den Kern anfasst. LoomWeaver liefert genau diesen Rahmen für Angular-Anwendungen: die Oberfläche, die Erweiterungen sicher aufnimmt, und den Vertrag, an den sich jede Erweiterung hält. Die Oberfläche von HiveWeaver läuft darauf.

Was man sich sonst in jedem Produkt neu baut, bringt LoomWeaver mit: Bereiche, die sich teilen und in eigene Fenster lösen lassen, benannte Arbeitsumgebungen, Tastenkürzel und Befehlspalette, Themes, Anmeldung, die Rückfrage bei ungespeicherten Änderungen. Fachlogik enthält die Plattform dabei keine. Das eigentliche Produkt entsteht als Bündel von Erweiterungen — ich nenne sie Weaver —, die zu einer Distribution zusammengesetzt werden. Und die eigene Oberfläche geht durch dieselbe Tür wie eine fremde Erweiterung: Es gibt keine bevorzugte Schnittstelle für den Hersteller, deshalb kann der veröffentlichte Vertrag nicht stillschweigend verrotten. Wer Fremdes hereinlässt, bekommt dafür drei Vertrauensstufen: fest eingebaut, abgeschottet im eigenen Rahmen oder zur Laufzeit aus einem Katalog installiert, mit einer Zustimmung, die Nutzer selbst erteilen und widerrufen. Jede Berechtigung ist verweigert, bis sie ausdrücklich erteilt wurde. Und weil jede Aktion nur einmal registriert wird, ist sie zugleich Schaltfläche, Tastenkürzel, Paletteneintrag und Werkzeug für einen KI-Agenten, der dabei nie weiter reicht als die Person an der Tastatur. Einen Server bringt LoomWeaver nicht mit: Einstellungen, Arbeitsstand und Anmeldung binden Sie an Ihr eigenes Backend an, mit welchem Stack auch immer.

Was es besonders macht

  • Fertige Arbeitsoberfläche: teilbare Bereiche, Tabs, Befehlspalette, Arbeitsumgebungen und Themes — das, was man sonst in jedem Produkt neu baut.
  • Erweiterbar ohne Umbau: Die eigene Oberfläche und fremde Erweiterungen nutzen denselben Vertrag; eine bevorzugte Tür für den Hersteller gibt es nicht.
  • Vertrauen in drei Stufen: fest eingebaut, abgeschottet im eigenen Rahmen oder zur Laufzeit installiert — jede Berechtigung bleibt verweigert, bis sie ausdrücklich erteilt ist.
  • KI-Agenten eingebaut: Jede registrierte Aktion steht einem Agenten offen, der nie mehr erreicht als der Mensch am Bildschirm.
  • Für Assistenten beschrieben: Die Plattform ist maschinenlesbar dokumentiert, ein KI-Assistent baut mit Werkzeugen darauf auf statt mit Vermutungen.

Technologie

  • Angular
  • TypeScript
  • Nx
  • Tailwind CSS
  • AG-UI
  • Model Context Protocol
Lizenz
Apache-2.0

Was ein Produkt mitbringt, bevor die erste Erweiterung da ist

Eine leere Distribution ist bereits eine vollständige Arbeitsoberfläche. Links eine Leiste mit den Werkzeugen, in der Mitte Bereiche, die sich per Ziehen teilen und in ein eigenes Fenster lösen lassen, darin Tabs mit Vorschau und Anheften. Dazu benannte Arbeitsumgebungen, die eine ganze Art zu arbeiten festhalten, eine Befehlspalette, ein Schnellöffner, Einstellungen mit Berechtigungen und ein Katalog, aus dem Nutzer Erweiterungen installieren.

Alles, was ein Mensch dort per Hand tut, kann der eigene Code ebenso: Jeder Bereich, jede Arbeitsumgebung, jeder Schalter ist zugleich ein Dienst, den das Produkt selbst aufruft. Wer eine eingebaute Schaltfläche abschaltet, bietet dieselbe Aktion aus der eigenen Werkzeugleiste an. Ein Schalter entfernt die Bedienung, nie die Fähigkeit.

Die Oberfläche läuft ohne Backend. Wo doch eines ist, greift sie über drei schmale Anschlüsse darauf zu: Einstellungen, Arbeitsstand und Anmeldung. Welche Technik dahinter steht, ist der Plattform gleichgültig.

Screenshot einer LoomWeaver-Arbeitsoberfläche: links eine schmale Werkzeugleiste, in der Mitte zwei nebeneinander geteilte Bereiche mit Tabs, unten eine Statusleiste
Zwei Bereiche nebeneinander, per Ziehen geteilt. Leiste, Bereiche, Palette und Statusleiste gehören der Plattform; was darin steht, kommt aus Erweiterungen.

Drei Stufen Vertrauen statt eines Schalters

Ein gutes Werkzeug weckt Ideen, und manche Nutzer würden sie selbst umsetzen, wenn sie könnten. Sie können es nicht, weil es keinen Weg hinein gibt. Einen zu öffnen bedeutet Abschottung, Berechtigungen, einen Katalog, Updates und eine Schnittstelle, die man verspricht nicht zu brechen. Das ist kein Feature, das ist ein halbes Jahr Arbeit.

LoomWeaver unterscheidet drei Stufen. Eigene Erweiterungen laufen fest eingebaut im Produkt. Fremder Code läuft abgeschottet in einem eigenen Rahmen ohne Zugriff auf die Seite, geschrieben in welchem Framework auch immer. Und aus einem kuratierten Katalog installieren Nutzer zur Laufzeit selbst, nach einem Dialog, der die angeforderten Berechtigungen aufzählt. Was der Nutzer selbst erlaubt hat, darf er auch wieder entziehen, abschalten und entfernen.

Alle drei Stufen nutzen denselben Vertrag hinter demselben Vermittler, der jede Berechtigung verweigert, bis sie ausdrücklich erteilt ist. Eine Erweiterung eine Stufe tiefer zu setzen, ist eine Vertrauensentscheidung, kein Umbau.

Screenshot des Installationsdialogs für eine Erweiterung aus dem Katalog: Er zählt die zwei angeforderten Berechtigungen auf und bietet Abbrechen und Installieren an
Der Zustimmungsdialog vor der Installation: Welche Berechtigungen die Erweiterung verlangt, steht vor dem Klick fest, nicht danach.

Ein Agent reicht nie weiter als der Mensch

Eine Aktion wird in LoomWeaver genau einmal registriert. Daraus werden Schaltfläche, Tastenkürzel, Kontextmenü und Paletteneintrag, ohne dass man vier Listen pflegt. Mit einer einzigen Markierung wird dieselbe Aktion zusätzlich zum Werkzeug für einen KI-Agenten. Eine zweite Werkzeugliste neben der ersten gibt es nicht, deshalb kann sie auch nicht auseinanderlaufen.

Für die Verbindung zum Agenten setzt LoomWeaver auf AG-UI, ein offenes Protokoll zwischen einer Anwendung und einem agentischen Backend, das nicht von mir stammt. Ein Backend, das es spricht, bedient das Produkt ohne Zwischenschicht, und die Gegenseite lässt sich austauschen. Welches Modell arbeitet, welcher Transport, welcher Schlüssel: Das bleibt Ihre Entscheidung.

Jeder Aufruf geht durch dieselbe Stelle wie ein Klick, also erbt der Agent die Berechtigungen und die Zugangsregeln, die ohnehin gelten. Eine Ablehnung liest sich immer gleich, egal aus welchem Grund, sodass sich durch Fragen nichts darüber lernen lässt, was installiert ist. Sagt der Mensch Nein, wird die Oberfläche gar nicht erst gefragt.

Screenshot einer LoomWeaver-Arbeitsoberfläche mit einem geöffneten Angebot; daneben ein Assistenten-Panel, das den Werkzeugaufruf zeigt, der es geöffnet hat, die Antwort der Oberfläche und einen zweiten Aufruf, der abgelehnt wurde und nie lief
Links das Ergebnis, rechts der Weg dorthin: ein ausgeführter Aufruf, ein abgelehnter. Der abgelehnte hat die Oberfläche nie erreicht.
Veröffentlicht

Stratara — Das Framework für moderne Softwarelösungen

In jeder größeren Geschäftsanwendung stellen sich dieselben Fragen: Wie kommt eine Eingabe zuverlässig bis in die Datenbank? Wie halten Auswertungen mit den Daten Schritt? Wie laufen mehrstufige Vorgänge sauber zu Ende, auch wenn unterwegs etwas schiefgeht? Wer darf was? Stratara bringt diese Bausteine fertig aufeinander abgestimmt mit, statt sie aus vier Bibliotheken zusammenzusuchen.

Die einzelnen Bausteine sind nichts Besonderes — es gibt sie in der .NET-Welt mehrfach. Aufwand macht das Zusammenfügen: Jede Bibliothek folgt ihrem eigenen Rhythmus bei Updates, und die Nahtstellen dazwischen fallen einem nach ein, zwei Jahren auf die Füße. Bei Stratara gehört alles zusammen und wird gemeinsam weiterentwickelt. Drei Dinge waren mir dabei besonders wichtig. Erstens Tempo: Die Anwendung soll nicht warten, während im Hintergrund geschrieben wird, und bei steigender Last soll sich die Arbeit auf weitere Rechner verteilen lassen statt auf einen größeren. Zweitens Nachvollziehbarkeit: Jeder Vorgang bleibt lückenlos festgehalten, und wer an der Anwendung vorbei in der Datenbank etwas ändert, fällt bei der nächsten Prüfung auf. Drittens Datenschutz von Anfang an: Auch ein System, das nichts vergisst, muss personenbezogene Daten löschen können, wenn jemand es verlangt — Stratara löscht dafür den Schlüssel statt der Daten, sodass sie selbst in alten Backups unlesbar werden. Ich habe Stratara für meine eigenen Produkte gebaut, weil ich all das als Normalfall wollte und nicht als teures Zusatzpaket. Deshalb steht es unter der MIT-Lizenz — frei nutzbar, auch kommerziell.

Was es besonders macht

  • Alles aus einem Guss: Eingaben, Vorgänge, Auswertungen, mehrstufige Abläufe und Anmeldung greifen ineinander und werden gemeinsam gepflegt.
  • Wächst mit der Last: Wird es voller, verteilt sich die Arbeit auf weitere Rechner — kein Umbau, keine größere Maschine.
  • Auditierbar im Betrieb: Jeder Vorgang bleibt nachvollziehbar, und nachträgliche Eingriffe an der Anwendung vorbei fallen auf.
  • DSGVO ohne Bruch: Personenbezogene Daten lassen sich löschen, ohne die Historie zu zerstören — bis hinein in alte Backups.

Technologie

  • .NET
  • PostgreSQL
  • Entity Framework Core
  • RabbitMQ
  • Azure Service Bus
  • OpenTelemetry
Lizenz
MIT

Wie ein Vorgang durch das System läuft

Eine Eingabe wird nicht sofort abgearbeitet, sondern angenommen und quittiert. Die Oberfläche bekommt binnen Millisekunden ihre Bestätigung und wartet nicht darauf, dass im Hintergrund geschrieben, geprüft und ausgewertet wird. Für die Nutzerin fühlt sich die Anwendung damit auch dann flüssig an, wenn hinten viel zu tun ist.

Die eigentliche Arbeit verteilt ein Message Bus an Worker, die sich die Aufgaben untereinander aufteilen. Wächst die Last, stellen Sie weitere Worker daneben — auf denselben oder auf zusätzliche Server. Das ist der Unterschied zwischen „wir brauchen eine größere Maschine" und „wir starten drei weitere Instanzen", und er entscheidet später über die Cloud-Rechnung.

Damit mehrere Worker sich nicht gegenseitig ins Gehege kommen, sind die Datenströme fest auf 4096 Abschnitte verteilt. Für einen einzelnen Geschäftsvorfall schreibt immer genau ein Worker — über verschiedene Vorfälle hinweg läuft alles parallel. Auswertungen werden anschließend aktiv benachrichtigt, statt in einer Schleife nachzufragen, ob es etwas Neues gibt. Deshalb sind die Lesedaten praktisch sofort aktuell, ohne dass eine Datenbank im Leerlauf ständig abgefragt wird.

Ablaufdiagramm: Eingaben von Oberfläche, Hintergrundjob und KI-Agent gehen an einen Message Bus, der die Arbeit auf mehrere Worker-Knoten verteilt; diese schreiben in den Event Store mit 4096 Abschnitten, der die Auswertungen aktiv benachrichtigt
Der Weg einer Eingabe: sofort quittiert, im Hintergrund auf beliebig viele Worker verteilt, am Ende ohne Nachfragen an die Auswertungen weitergereicht.

Warum es auch bei großen Datenmengen schnell bleibt

In .NET werden Methoden häufig dynamisch aufgerufen — bequem für den Entwickler, aber jeder einzelne Aufruf kostet. Bei einem Geschäftsvorfall mit zehn Einträgen fällt das nicht auf. Bei einem, der über Jahre gewachsen ist, summiert es sich mit jedem Eintrag. Stratara übersetzt diese Aufrufwege deshalb einmal in eine feste Funktion und ruft sie danach direkt auf. Was einmal aufgelöst wurde, bleibt aufgelöst.

Der Effekt lässt sich messen. Ein Geschäftsvorfall mit einer Million Einträgen wird in gut elf Millisekunden vollständig neu aufgebaut — und der Speicherbedarf bleibt dabei konstant bei 64 Byte, unabhängig von der Länge. Anders gesagt: Es entsteht kein Müll, den der Speicherverwalter später aufräumen müsste, egal wie lang die Historie wird.

Die Zahlen stammen von einem lüfterlosen MacBook Air, nicht von einem abgestimmten Server. Sie sind damit eher konservativ als geschönt — und jederzeit selbst nachmessbar, das Messprojekt liegt im Repository.

Messtabelle: 10.000 Einträge in 0,11 ms, 100.000 in 1,13 ms, 1.000.000 in 11,6 ms — der Speicherbedarf bleibt in allen drei Fällen bei 64 Byte
Die Zeit wächst linear mit der Menge, der Speicherbedarf gar nicht — hundertfache Datenmenge, unveränderte 64 Byte.

Wenn jemand nachträglich an den Daten dreht

Jeder Eintrag trägt den Fingerabdruck seines Vorgängers. Wird ein Betrag später direkt in der Datenbank geändert — durch eine fehlerhafte Migration, ein eingespieltes Backup oder mit Absicht — passt der neu berechnete Fingerabdruck nicht mehr zum gespeicherten. Der nächste Prüflauf meldet nicht nur, dass etwas nicht stimmt, sondern nennt die genaue Stelle.

Eine solche Kette allein hält allerdings niemanden auf, der vollen Zugriff auf die Datenbank hat und einfach alle Fingerabdrücke neu berechnet. Deshalb lässt sich in regelmäßigen Abständen ein Prüfpunkt außerhalb der eigenen Infrastruktur verankern. Stratara hält diesen Punkt fest, die externe Quelle binden Sie an. Das sage ich lieber deutlich, als mit dem Wort „unveränderlich" mehr zu versprechen, als die Technik hergibt.

Vergleich zweier Ketten: oben eine unveränderte Kette aus drei Einträgen, deren Fingerabdrücke zusammenpassen; unten dieselbe Kette, in der ein Betrag von 50 auf 5.000 geändert wurde — ab diesem Eintrag passen die Fingerabdrücke nicht mehr
Oben die unveränderte Kette, unten dieselbe nach einer stillen Änderung: Der Bruch wird genau bei Eintrag 2 sichtbar.

Löschen, ohne die Historie zu zerstören

Wer die Daten einer einzelnen Person wirklich entfernen will, müsste sie überall gleichzeitig erwischen: in der Historie, in allen daraus abgeleiteten Auswertungen, in Zwischenständen, in jeder Kopie und in jedem Backup, das jemals gezogen wurde. Innerhalb der gesetzlichen Frist von 30 Tagen ist das kaum nachweisbar zu schaffen — ein übersehenes Backup genügt.

Stratara dreht die Aufgabe um. Die Daten jeder betroffenen Person liegen unter einem eigenen Schlüssel. Ein einziger Aufruf vernichtet diesen Schlüssel, und damit werden sämtliche Kopien in einem Zug unlesbar — auch die, an die technisch längst niemand mehr herankommt. Die Historie bleibt vollständig, die Person ist daraus aber nicht mehr rekonstruierbar.

Dasselbe Verfahren trägt noch zwei weitere Themen: Es trennt die Daten verschiedener Kunden kryptografisch voneinander, und es liefert die Schlüsselverwaltung, nach der Prüfer bei SOC 2 und ISO 27001 fragen.

Diagramm: Ein Aufruf vernichtet den einen Schlüssel einer Person; da dieser Schlüssel als einziger die Daten entschlüsselt, werden Historie, Zwischenstände, Backups sowie Kopien und Exporte gleichzeitig zu dauerhaftem Rauschen
Ein Aufruf, ein Schlüssel — und alle Kopien werden gleichzeitig unlesbar, Backups eingeschlossen.
Zusammenarbeit

Dieselbe Sorgfalt
für Ihr Projekt

Diese Projekte sind der ehrlichste Arbeitsnachweis, den ich anbieten kann: Sie können den Quellcode lesen, die Entscheidungen nachvollziehen und selbst beurteilen, ob Ihnen das gefällt. Genau so gehe ich auch Kundenprojekte an. Erzählen Sie mir von Ihrem.